Immobilienvideo 2026: Warum Inserate ohne Video unsichtbar sind

Warum professionelles Bewegtbild im Immobilienmarketing 2026 entscheidend ist — mit Daten, Fakten und Praxistipps für Makler

IMMOBILIENMARKT & TRENDS

Patrick

4/13/20265 min lesen

a cell phone sitting on top of a bed next to a plant
a cell phone sitting on top of a bed next to a plant

Einleitung

Kurze Antwort: Was bedeutet „Video-First“ im Immobilienmarketing?

Video-First im Immobilienmarketing bedeutet, dass Bewegtbild — also professionelle Immobilienvideos und Drohnenaufnahmen — nicht mehr ergänzendes Marketinginstrument ist, sondern den digitalen Erstkontakt dominiert. Auf Portalen wie ImmoScout24, in Social Media und bei KI-gestützten Immobiliensuchen entscheidet das visuelle Format, ob ein Inserat Aufmerksamkeit erhält. Für Makler in Berlin und Brandenburg bedeutet das: Wer 2026 kein Bewegtbild einsetzt, verliert qualifizierte Anfragen an Mitbewerber, die es tun.

Zwei vergleichbare Eigentumswohnungen in Kleinmachnow, gleiche Lage, gleicher Preis, gleiche Ausstattung. Die erste zeigt zehn Fotos und einen Beschreibungstext. Die zweite zeigt ein 90-sekündiges Immobilienvideo — ruhige Kameraführung, Drohnenaufnahmen des Grundstücks, atmosphärischer Schnitt, der Licht, Raum und Lage erlebbar macht.

Welches Inserat bekommt mehr Anfragen?

Die Antwort folgt einem globalen Trend, der auch in Deutschland messbar ist: Bewegtbild dominiert die digitale Kommunikation. Dieser Artikel erklärt, was verlässliche Studien belegen — und was das konkret für Ihre Vermarktung in Berlin und Brandenburg bedeutet.

Deutschland: Video ist im Alltag angekommen

Das ist keine These, sondern ein Befund der deutschen Landesmedienanstalten aus ihrer Studie „Video Trends 2024“ — einer der methodisch verlässlichsten Quellen zur Mediennutzung in Deutschland:

60 % der Deutschen informieren sich täglich mit Bewegtbild — zu Hause und unterwegs

87 % der Deutschen hatten 2024 Kontakt mit mindestens einem Streamingangebot

YouTube, Instagram und Netflix sind laut dieser Studie die meistgenutzten Bewegtbild-Plattformen in Deutschland. Fast 60 Prozent der Befragten nutzen Video täglich zur Information.

Was bedeutet das für die Immobilienvermarktung? Potenzielle Käufer sind längst an Bewegtbild als Informationsformat gewöhnt — auf denselben Plattformen, auf denen Immobilieninserate verbreitet werden. Wer ihnen nur Fotos zeigt, kommuniziert in einem Format, das im Alltag zur Minderheit geworden ist.

Internationale Studienlage: Was belastbare Quellen zeigen

Die stärksten Wirkungsdaten für Video im Immobilienmarketing stammen aus den USA, wo die National Association of Realtors (NAR) — der weltgrößte Immobilienverband mit über 1,5 Mio. Mitgliedern — jährlich repräsentative Studien publiziert.

73 % der Eigentümer bevorzugen Makler, die aktiv Video-Marketing einsetzen (USA)

68 % schnellerer Verkauf bei Objekten mit Drohnenvideo vs. ohne Luftaufnahmen (USA)

nur 9 % der Makler in den USA erstellen aktiv Listing-Videos — trotz klarer Nachfragevorteile

⚠️ Hinweis zur Quellenübertragbarkeit

Diese Zahlen basieren auf dem US-amerikanischen Markt (MLS-System, anderes Kaufverhalten). Sie sind nicht 1:1 auf Deutschland übertragbar. Der strukturelle Mechanismus — Video erzeugt mehr emotionale Bindung als Fotos — ist jedoch marktunabhängig und wird durch die deutschen Mediennutzungsdaten gestützt.

Der deutsche Markt: Strukturelle Belege

95 Millionen Aufrufe — und die Frage nach Aufmerksamkeit

ImmoScout24 verzeichnet monatlich rund 99 Millionen Sessions und ist damit das reichweitenstärkste Immobilienportal in Deutschland. Bei durchschnittlich über 600.000 gleichzeitig aktiven Inseraten gilt: Ein Inserat hat nur wenige Sekunden, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Ein professionelles Video differenziert sofort.

36.000 Makler — und die Notwendigkeit visueller Differenzierung

In Deutschland konkurrieren über 36.000 Immobilienmakler um Aufträge. Wer im Premiumsegment sichtbar sein will, braucht mehr als ein Exposé. Bewegtbild ist der stärkste visuelle Differenziator im Portal-Umfeld — und wird von der Mehrheit noch nicht eingesetzt.

„Die Immobilienvermarktung hat sich grundlegend gewandelt. Wo früher Inserate in Zeitungen dominierten, bestimmen heute digitale Lösungen den Takt — dabei geht es längst nicht mehr nur um Reichweite, sondern um Effizienz, Transparenz und emotionale Wirkung.“ — Rudkowski & Hag Immobilien, 2025

BNP Paribas Real Estate: Drohnen in Deutschland bereits Standard — im Gewerbesegment

Der Immobiliendienstleister BNP Paribas Real Estate stellt fest, dass Drohnenaufnahmen bei der Vermarktung von Gewerbeimmobilien und Logistikflächen in Deutschland zum Standard gehören — weil sie Lage, Grundstücksgröße und Umgebung auf einen Blick vermitteln. Im Wohnsegment, insbesondere im Premium- und Luxusbereich, ist diese Entwicklung noch im Gange. Das ist die aktuelle Chance für Makler, die heute handeln.

Warum Video funktioniert: Der psychologische Mechanismus

Unabhängig von Statistiken gibt es einen schlüssigen Grund, warum Immobilienvideos anders wirken als Fotos:

  • Immobilien werden emotional entschieden. Video vermittelt Atmosphäre, Raumgefühl und Licht in einer Sequenz, die dem echten Besichtigungserlebnis ähnelt.

  • Video reduziert Unsicherheit. Ein Interessent, der sich durch ein Video vorab orientiert hat, bringt mehr Kaufbereitschaft in die Besichtigung.

  • Video signalisiert Professionalität. Im Premiumsegment ist die Qualität der Präsentation ein direktes Signal für die Qualität des Maklers.

  • Video ist teilbar. Für internationale Käufer und Investoren — eine relevante Zielgruppe in Berlin — ist ein professionelles Video oft Voraussetzung für eine ernsthafte Anfrage aus dem Ausland.

Videoformate für Premiumimmobilien in Berlin & Brandenburg

Das klassische Immobilienvideo (60–180 Sekunden)

Das Kernformat für Portal, Website und YouTube: ruhige Kamerafahrten, abgestimmte Musik, atmosphärischer Schnitt. Für Premiumobjekte ist professionelles Colorgrading und Tongestaltung entscheidend.

Drohnenaufnahmen & Luftvideo

Unverzichtbar für freistehende Häuser, Villen und Wasserlagen. Laut BNP Paribas Real Estate machen Luftaufnahmen Grundstücksgröße, Lage und Umgebung sichtbar, was vom Boden nicht möglich ist. In Berlin, Potsdam und Brandenburg — mit vielen freistehenden Objekten und Wasserlagen wie Schwielowsee, Wannsee oder Müggelsee — sind Drohnenaufnahmen ein zentrales Differenzierungsmerkmal.

Kurzformate für Social Media (15–30 Sek., vertikal)

Für LinkedIn, Instagram Reels und YouTube Shorts als Teaser. Die deutschen Landesmedienanstalten belegen den starken Bedeutungsgewinn von Social-Media-Plattformen bei der täglichen Videonutzung in Deutschland.

Imagefilm für Makler & Bauträger

Der Imagefilm geht über das einzelne Objekt hinaus: Er positioniert den Makler als Marke und schafft Vertrauen. In einem Markt mit über 36.000 deutschen Maklern ist Markendifferenzierung ein messbarer strategischer Vorteil.

Berlin & Brandenburg 2026: Der lokale Kontext

Der Berliner Immobilienmarkt hat sich 2025 erholt: Laut der Studie „Wohnen in Deutschland 2025“ — durchgeführt vom IW Consult im Auftrag des Sparda-Verbands, gemeinsam mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und dem IfD Allensbach — zogen die Preise in 82 % der deutschen Regionen an, im Jahresschnitt um rund 2,3 %.

Für Premiumobjekte in Kleinmachnow, Potsdam, am Schwielowsee oder in innerstädtischen Berliner Lagen bedeutet das: ein lebhafter Markt mit steigender Nachfrage — und eine Wettbewerbssituation, in der Bewegtbild noch kein allgemeiner Standard ist. Wer heute investiert, besetzt einen Vorsprung.

Besonders für internationale Käufer und Investoren ist professionelles Video entscheidend: Es ermöglicht die Vorentscheidung aus dem Ausland — ohne Besichtigungsflug. Für diese Zielgruppe ist ein hochwertiges Video keine Option, sondern häufig Grundvoraussetzung für eine ernsthafte Anfrage.

Fazit

Die Datenlage ist eindeutig: Deutsche Nutzer konsumieren täglich Videocontent — auf denselben Plattformen, die auch Immobilieninteressenten nutzen. Internationale Studien belegen deutliche Vorteile bei Anfragen und Verkaufsgeschwindigkeit. Eine spezifische deutsche Vergleichsstudie für Immobilienvideos liegt noch nicht vor — aber der strukturelle Mechanismus ist marktübergreifend derselbe.

Was bleibt, ist eine Lücke im deutschen Markt: Die Mehrheit der Makler nutzt kein professionelles Bewegtbild. Wer heute investiert, besetzt einen Vorsprung, der in einigen Jahren selbstverständlich sein wird — heute aber noch ein echter Wettbewerbsvorteil ist.

Quellenverzeichnis

[1] Die Medienanstalten (2024): Video Trends 2024 — Studie der deutschen Landesmedienanstalten zur Bewegtbildnutzung in Deutschland. Link

[2] National Association of Realtors (NAR) (2024): Technology Survey / Profile of Home Buyers and Sellers. Jahresstudie des größten US-Immobilienverbands (1,5 Mio. Mitglieder). Hinweis: US-Marktdaten. Link

[3] Scout24 AG (2024): Quartalsbericht Q3 2025 — 99 Mio. monatliche Sessions ImmoScout24. Offizielle Unternehmensangaben. Link

[4] Scout24 (2024), zitiert in Statista: Anzahl der Immobilienanzeigen bei ImmoScout24 2019–2023 (Ø über 476.000 aktive Inserate). Link

[5] Listflix Firmendatenbank (2025): Immobilienmakler Statistik Deutschland — über 36.000 Makler. Link

[6] BNP Paribas Real Estate Deutschland (2021): Die Immobilienvermarktung per Drohne. Fachbeitrag zur Drohnennutzung im deutschen Immobilienmarketing. Link

[7] IW Consult / Sparda-Verband (2025): Wohnen in Deutschland 2025. Studie in Kooperation mit Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und IfD Allensbach. Link